Asthma Inhalatoren – Teil 1: Turbohaler®

Der Turbohaler® ist das erste Gerät das ich in in der Serie „Asthma Inhalatoren“ einen Beitrag widme. Ich nutze das Gerät selbst schon seid mehreren Jahren. In dieser Serie werde ich noch weitere Geräte vorstellen u.a. den Easyhaler®, Autohaler® etc.

Der Turbohaler® gehört zu den Pulverinhalatoren und ist nicht wieder beladbar. Ist das Gerät leer, wird es entsorgt. Pulverinhalatoren werden als wichtige Therapieform beim Asthma bronchiale angesehen. Der Wirkstoff gelangt direkt in die Lunge und muss keine Umwege über den Magen und den Blutkreislauf nehmen, wie es z.B. bei einer Tablette der Fall ist.
Zudem sollen die Nebenwirkungen und die Belastung des Körpers geringer sein.
Aber es gibt auch Negatives. Ein Großteil des Wirkstoffs landet im Mund und Rachenraum, und kann verschluckt werden. So landet nicht die gesamte Dosis in den Atemwegen.

Turbohaler® – technischer Aufbau

Im oberen Mundstück sitzt eine Verwirbelungsdüse. Diese Düse sorgt dafür, dass das Medikament sich besser mit der Luft vermischt und nicht kompakt, also als ein „Klumpen“ eingeatmet wird.

Beim drehen des Dosierrades (siehe: Die richtige Anwendung), wird wir über eine innen liegende Dosierscheibe das Medikament aus dem Vorratsbehälter entnommen. Gleichzeitig wird das Rädchen für die Menge der verbleibenden Dosierungen ein Stück weiter bewegt. Sobald die Dosis zur Neige geht, wird in der Anzeige ein roter Bereich angezeigt.
Steht das Gerät auf „null“, dann sind keine Dosierungen mehr übrig.

Die Lufteintrittskanäle dürfen bei der Inhalation auf keinen Fall verschlossen sein. Unten gibt es zwei Lufteintrittskanäle, die sich gegenüberliegen.

Wenn man das Gerät schüttelt, hört man ein Geräusch das ein Pulver macht. Das was man da hört ist allerdings nicht der Wirkstoff. Es handelt sich hierbei um ein Trocknungsmittel. Das Gerät soll innen so trocken wie nur Möglich bleiben. Ansonsten könnte z.B. ein Teil des Medikaments bei der Inhalation im Gerät kleben bleiben. Daher: Auf keinen Fall in das Gerät ausatmen!

 

Turbohaler Details

 

Die richtige Anwendung

Hier folgt nun die offizielle Beschreibung (in grün) für die Anwendung des Turbohaler®s, mit einigen Ergänzungen von mir.

„Schrauben Sie die Kappe des Turbohaler® ab und legen Sie diese zur Seite. Sie sehen das Mundstück, das fest mit dem Gerät verbunden ist. Halten sie das Gerät aufrecht.“

Mir stellte sich nun gleich die Frage: Warum das Gerät aufrecht halten? Nun, das hat mit dem Aufbau des Turbohaler® zu tun. Wird am Dosierrad gedreht, lädt man einen Teil des Medikaments in eine Dosierscheibe. Hält man das Gerät dabei nicht gerade und aufrecht, so kann es passieren das nicht die korrekte Dosis, also zu wenig geladen wird. Beim Einatmen kann das Gerät natürlich waagerecht gehalten werden.

„Drehen Sie das Dosierrad bei aufrecht gehaltenem Gerät bis zum Anschlag hin und zurück. Es spielt dabei keine Rolle, in welche Richtung Sie zuerst drehen. Sie sollten ein Klickgeräusch hören, das bedeutet, dass jetzt eine Dosis zur Inhalation bereit steht.“

Wichtig ist hierbei zu wissen, dass eine Überdosierung beim mehr als zwei mal Drehen nicht möglich ist. In die Dosierscheibe passt nur eine genau bemessene Menge des Medikaments. Ebenfalls wichtig: Nur dann den Turbohaler® mit einer Dosis laden, wenn diese gleich inhaliert werden soll. Ansonsten kann es passieren, dass das Inhalat verklumpt und höchstwahrscheinlich auch seine Wirkung (Zerfall) verliert.

„Halten Sie Ihren Inhalator von Ihrem Mund weg. Atmen Sie sanft aus. Platzieren Sie das Mundstück vorsichtig zwischen den Zähnen und umschließen Sie es mit den Lippen.
Atmen Sie nun tief und kräftig durch den Turbohaler® ein.“

Und da wären wir bei einem Punkt, bei dem meiner Meinung nach eine unzureichende Beschreibung vorliegt, die ggf. zu Problemen führen könnte. Genaueres lest ihr in meinem Beitrag http://asthmablog.de/asthma-sekretstau-verhindern-teil-2

Turbohaler mit Kappe Turbohaler rechts Turbohaler links

Pilzinfektion vermeiden

Setzen Sie Ihren Inhalator vom Mund ab. Atmen Sie sanft aus. Schrauben Sie die Kappe wieder fest auf. Spülen Sie Ihren Mund nach Ihren täglichen Inhalationen mit Wasser und spucken Sie es aus.

Ich rate dazu das Mundstück des Turbohaler® noch mit einem trockenen Tuch kurz ab zu wischen. Denn, wir erinnern uns, Feuchtigkeit sollte nicht ins Gerät gelangen. Wer aber zuviel Speichel am Mundstück zurücklässt und dann anschließend die Kappe wieder aufschraubt, schließt damit auch Feuchtigkeit im Gerät ein.
Warum den Mund nach der Inhalation ausspülen? Eine verhältnismäßig große Menge des Wirkstoffs landet im Mund und Rachenraum und gelangt nicht in die Bronchienkanäle. Enthält das Medikament Kortison, so kann es im Mund und Rachen die Abwehrkräfte reduzieren. Daraus kann dann eine Pilzinfektion entstehen, die sich nur langwierig behandeln lässt. Die Mundspülung mit Wasser reduziert das Risiko erheblich. Wer auf Nummer „supersicher“ gehen will, kann auch nach der Inhalation die Zähne putzen.


Ich bedanke mich bei der AstraZeneca, die auf meine Anfrage sehr schnell reagiert und mir Informationsmaterial und ein Demo-Gerät zugesandt haben.

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