Asthma Sekretstau verhindern (Teil 2)

Gestern schrieb ich über das Problem, dass sich durch die allgegenwärtige Entzündung in den Bronchien der Schleim in den Atemwegen nicht bewegt und es zu einer Art Sekretstau kommen kann.

Die Lösung des Problems ist recht einfach. Sie liegt schlussendlich an der Einnahme unseres Dauertherapeutikas, dass wir jeden Tag zu uns nehmen. Mann könnte nun annehmen, dass dies grundsätzlich nicht richtig wirkt. Das ist allerdings falsch und dürfte nur in seltenen Fällen vorkommen. Die Ursache des Problems liegt mal wieder nicht beim Werkzeug, sondern beim Benutzer. Aber vielleicht auch daran, dass man uns teilweise nicht richtig aufgeklärt hat

Betrachten wir das ganze einmal von Anfang an. Wir sitzen beim Arzt, der uns gerade gesagt hat, dass wir Asthmatiker sind und jeden Tag ein Medikament einnehmen müssen. Dann erhalten wir ggf. noch kurz erklärt, wie wir das Dauertherapeutika einnehmen sollen. „… das atmen sie dann so tief wie möglich ein…“.
Und was machen wir also? Wir atmen das Medikament so tief ein, wie es nur geht. Alles richtig gemacht! Zumindest scheint es so. Nun wollen wir zwei Möglichkeiten betrachten, warum wir nach einiger Zeit trotzdem das Opfer eines Sekretstaus werden können.

Routine stellt sich ein

Jeden Tag das selbe, immer die gleichen Handgriffe, immer zur gleichen Zeit zum Medikament greifen und eigentlich will man von dem blöden Asthma gar nichts mehr wissen. Da stellt sich Routine ein, die uns schlampig werden lässt. Überprüft doch einmal, ob ihr das Medikament noch immer so einnehmt wie in der ersten Woche, als ihr es zum ersten mal erhalten habt. Ich wette, bei vielen ist das nicht so.

Tief einatmen reicht nicht immer

Tief einatmen will gelernt sein. Das ist gar nicht so einfach wie es sich anhört. Denn wenn wir auf normale Weise tief ausatmen, verbleibt immer noch ein Restvolumen an Luft in unserer Lunge. Dieses Restvolumen reicht aus, um zu verhindern, dass wir unser Dauermedikament beim anschliessenden Einatmen dahin bringen können, wo es hingehört: so tief wie möglich in die feinen Verästelungen unser Bronchien.

Die Lösung

Ich möchte jedem empfehlen, die folgende Lösung in Betracht zu ziehen.


ACHTUNG!
Diese Methode ist ggf. nicht für jeden Asthmatiker geeignet. Diese Methode erzeugt Druck im Brustkorb, der sich auch auf die Atemwege auswirkt. Es besteht die Gefahr von Husten und ggf. „giemen“. Also bitte nur auf Dauer ausführen, wenn keine Probleme auftauchen.


Damit wir das Medikament so tief in unsere Lungen bekommen, wie es nur geht, nutzen wir eine Art „brutale“ Lippenbremse. Damit können wir so viel Luft wie nötig aus unserer Lunge pressen. Das Vorgehen ist relativ einfach und simpel:

• Wir bereiten unser Medikament vor.
• Wir legen die Lippen locker aufeinander und fangen an, kontinuierlich Luft durch die Lippen zu pressen. Wem es hilft, der kann auch die Lippen etwas spitzen. Wichtig ist, dass wir mit den Lippen etwas Widerstand aufbauen, durch den die Luft langsamer als beim normalen Ausatmen entweichen kann. Wir bremsen also das Ausatmen ab.  Das machen wir so lange wie wir es aushalten können, um sicher zu gehen, möglichst viel Luft aus der Lunge zu befördern.
• Bevor wir nun den anschließenden, automatisch tiefen Atemzug machen, setzen wir das Mundstück unseres Medikamentes an und atmen so viel Luft wie möglich ein.
• Das wiederholen wir für jede Dosis, die wir benötigen und die der Arzt uns verschrieben hat.

Meine persönliche Erfahrung

Seitdem ich diese „brutale“ Lippenbrems-Methode einsetze, um mein Asthma-Medikament einzunehmen, habe ich so gut wie keine Problem mit dem Sekretstau mehr. Nur noch in seltenen Fällen kommt dies vor. In der Regel habe ich aber dann auch zu wenig über Tag getrunken oder ich habe eine Entzündung in den Bronchien.

Update – 22.02.2017
Ergänzend möchte ich noch erwähnen, das auch der zusätzliche Einsatz eines Flutters den festsitzenden Schleim wieder in Bewegung bringen und den Sekretstau auflösen kann. Was ein Flutter ist und wie der funktioniert könnt ihr hier nachlesen: Der Flutter

Teil 1 dieses Beitrages könnt ihr hier lesen: Sekretstau verhindern Teil 1

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