Asthma und Erkältung

In diesem Beitrag erfahrt Ihr einiges Über Asthma und Erkältung.

Vor ein paar Jahren erwischte mich eine Erkältung. Kam wohl daher, dass ich auch im Winter mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr und die kalte Luft die ich in mich hineinpumpte nicht besonders gut für meine Lunge war. Vermehrte Schleimbildung und häufiges Abhusten des Sekrets standen auf dem Programm. Kaum ein Morgen verging, an dem ich nicht schon extra früher aufstand um die Bronchien frei zu bekommen. Das zog sich dann gut 2 Wochen hin. Natürlich fuhr ich in dieser Zeit weiter mit dem Fahrrad durch die kalte Winterluft zur Arbeit.
Ging schon … irgendwie. Und so schlimm war es ja gar nicht! Es dauerte aber nicht lange, da verschlechterten sich die Symptome. Das Abhusten ging schwerer, Sekret staute sich und mir wurde teilweise schwindelig. Erst dachte ich an Grippe, ging dann aber doch lieber zum Arzt. Den musste ich allerdings im Krankenhaus aufsuchen, denn selbstverständlich war es Wochenende als es schlimmer wurde. Man schickte mich in die Notaufnahme. Die freundliche Krankenschwester nahm mir Blut ab und einen Augenblick später lag ich dann auch schon mit hochgelegten Beinen in einem Krankenbett. Die Blutentnahme hatte mich an den Rand der Ohnmacht geführt. „Sche….“, dachte ich mir, „das ist doch nicht nur eine Erkältung“. Zum Schluss hieß die Diagnose Lungenentzündung, was mir dann 3 Wochen Krankenhausaufenthalt einbrachte. Auch nach der Entlassung brauchte ich noch gut 3 Wochen, bis ich in unserer Firma die 2 Treppen bis ins Büro ohne stehenbleiben und nach Luft japsend schaffte.

Seit diesem Tag ist mir eines klar geworden. Asthma und Erkältungen sind keine gute Mischung. Wenn man bei einer Erkältung als Asthmatiker nicht aufpasst, wie in meinem Fall, kann es sehr schlecht laufen. Daher wurde mir auch klar, das ich jede Erkältung behandeln musste um Sie möglichst schnell wieder los zu werden, oder direkt im Keim zu ersticken.
Ich möchte euch in diesem Beitrag unter anderem meine Erfahrungen und Tipps zu diesem Thema weitergeben.

Wie kann man Erkältungen vorbeugen?

Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten einer Erkältung vor zu beugen. Folgende sechs Dinge mache ich immer, um gut durch den Winter zu kommen.

1. Im Winter warm anziehen

Wenn es draußen knackekalt ist, heißt es sich bei einem Spaziergang in der kalten Winterluft gut anziehen. Denn wer friert, wird auch schneller krank. Das liegt nicht an der Kälte selbst, sondern daran dass bei Kälte die Immunabwehr der Zellen schwächer ist. Wenn Pullover und Winterjacke nicht ausreichen, dann halt noch eine Strickjacke mehr anziehen. Auf eine Warme Kopfbedeckung verzichte ich in der Regel auch nicht. Gerade weil man über den Kopf die meiste Wärme verliert. Und reicht die Mütze auch nicht, greift man halt zum „Zwei-Mützen-System“ (Eine dünne eng anliegende Stoffmütze und darüber eine dickere weite Stoffmütze).

2. Kalte Luft durch die Nase einatmen

Gilt ebenfalls, wenn man als Asthmatiker draußen in der Kältet unterwegs ist. Kalte Luft atmen wir wenn möglich nur durch die Nase ein. Wenn wir das machen, wärmen wir die Atemluft an. Die vorgewärmte Luft reizt die Bronchien wesentlich weniger als kalte Luft.
Wer mag kann auch einen Schal vor den Mund tragen. Aber aufgepasst: So ein Schal kann auch schnell zum Krankheitserreger werden, wenn sich Bakterien in ihm sammeln und durch die warme ausgeatmete Luft zum Wachstum angeregt werden. Also immer regelmäßig waschen und tauschen.

3. Viel mehr die Hände waschen

Dies habe ich mir schon vor längerer Zeit angewöhnt. Komme ich von einem Ausflug in meine Wohnung zurück, wasche ich zuerst einmal die Hände. Fahre ich mit der Keimschleuder (dem Stadtbus) zur Arbeit, wasche ich gleich nach dem ankommen dort meine Hände. Das reduziert zumindest die Bakterien und Keime. Vor dem Essen und zwischendurch werden die Hände immer weider gereinigt. Warum sooft die Hände waschen? Naja, der Mensch greift sich unbewusst bis zu 300 mal über Tag an den Mund. Dies erhöht die Ansteckungsgefahr.

4. Kalt und Warm Duschen

Am Anfang fand ich die Wechselduschen eher abschreckend. Aber wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, duscht man schon gar nicht mehr anders. Das heiße Wasser sollte schon so heiß wie es geht sein und das kalte Wasser so kalt wie man es aushalten kann. Mit dem heißen Wasser beginnen und ein paar Minuten lang duschen. Dann für ca. eine Minute auf das kalte Wasser umschalten und wieder zurück zum heißem Wasser. Das ganze wirkt unglaublich belebend, der Blutkreislauf kommt in Wallung und die Abwehrkräfte verbessern sich mit der Zeit. Immer mit dem kalten Wasser beenden. U.a. damit sich die Hautporen wieder schließen.

5. Vitamin D & Vitamin C

Ausreichend und so abwechslungsreich wie möglich ernähren. Auch im Winter frisches Obst essen. Vitamin C und Zink sind wichtig für das Abwehrsystem. Wer im Winter nicht genug davon bekommt, kann kurzfristig zu Vitamin C + Zink Tabletten greifen.
Anders verhält es sich mit dem Vitamin D. Davon produzieren wir im Winter nicht genügend, weil uns die Sonne fehlt und wir über die Nahrung nicht genügend davon aufnehmen können.
Nachzulesen in meinem Beitrag: Besser leben mit Asthma /Teil 2 – Vitamin D

6. Zu trockene Raumluft vermeiden

Am besten man besorgt sich ein Hydrometer um die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen kontrollieren zu können. Die optimale Luftfeuchtigkeit soll zwischen mindestens 40% und maximal 60% liegen. Liegt man unter den Mindestwert ist die Raumluft zu trocken, was schlecht für die Schleimhäute ist. Richtig schlimm wird es, wenn jemand in dieser trockenen Luft niest oder hustet. Bei den rausgeschleuderten Tropfen verdunstet das Wasser und es bleiben mikroskopische Tropfen mit den Erregern zurück. Diese können dann stundenlang im Raum schweben, bis der nächste sie einatmet. Innerhalb der empfohlenen Werte von 40% bis 60% fallen diese Tropfen relativ schnell zu Boden und können nicht eingeatmet werden.

Was macht man als Asthmatiker, wenn man eine Erkältung hat?

Nehmen wir einmal an, du hast eine Erkältung. Es kribbelt im Hals und wenn du niest, ruft dein Nachbar aus der Wohnung nebenan „Gesundheit“. In dieser Phase bis du schon fast mittendrin in der Erkältung die kaum noch auf zu halten ist. Wenn nötig, gehst du natürlich zum Arzt, lässt dir Medikamente geben und zumindest deine Lunge abhorchen. Das allerwichtigste im Moment ist, das die Schleimhäute im Rachen und die Nebenhöhlen feucht bleiben. Denn trockene Schleimhäute sind gute Nährboden für Bakterien und Viren und offene Türen für Infektionen. Ebenso wichtig ist es, dass der Schleim heraus kann und die Nebenhöhlen nicht zu Bruthöhlen werden.

Inhalieren

Neben dem obligatorischen Hustenbonbons (z.B. Salbei), sollte auf jeden Fall auch regelmäßig inhaliert werden. Heißes Wasser in eine Schüssel, 1-2 Kamillen-Teebeutel in das Wasser, Tuch über den Kopf und schön 10 Minuten den Dampf inhalieren. Durch den Mund herein und durch die Nase wieder raus und das ganze auch mal umgekehrt. Das hält die Schleimhäute feucht und bringt auch den einen oder anderen Erreger mit hinaus. Es gilt: Nur feuchte Schleimhäute können Erreger abwehren.

Nasendusche

Ich kenne nur wenige Menschen die Sie gerne nutzen. In meiner Familie scheine ich auch der einzige zu sein, der Sie zu schätzen weiß. Die Rede ist von der Nasendusche. Vor einiger Zeit konnte ich meinen 12-jährigen Sohn dazu überreden Sie zumindest einmal aus zu probieren als er extrem erkältet war. Als er merkte welche positive Wirkung sie hatte, machte er es fast regelmässig bis die Symptome sich besserten. Seitdem will er aber nichts mehr von der Nasendusche wissen. Die Nasendusche, mit einer hypertonischen Kochsalzlösung, kann aber die Schwellung der Nasenschleimhaut reduzieren und führt im allgemeinen zur Verbesserung der Symptome. Weniger Kopfschmerz durch Nasennebenhöhlen-Probleme und weniger Druckschmerz in der Stirn sind u.a. die Folge.


ACHTUNG! Wer die Nasendusche täglich und vorbeugend einsetzen will, sollte die richtige Kochsalzlösung verwenden. Sonst kann ein gegenteiliger Effekt entstehen und es treten vermehrt Infektionen der Nasennebenhöhlen auf.


Viele Informationen zur Nasendusche findet Ihr hier und hier.

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