Asthmaanfall – was tun ohne Spray?

Keiner von uns wünscht es sich und jeder hofft dass es nicht passiert: Wir stolpern in einen Asthmaanfall und haben kein Asthmaspray (Bedarfsspray) dabei. Was also tun ohne Spray?

Nur keine Panik!

Wichtig ist, das wir in solch einem Fall die Ruhe bewahren. Klar, das ist leichter gesagt als getan und ich kenne das Argument, dass der Körper angesichts einer Luftnot schnell in eine natürliche Panik verfällt. Aber genau dieser Umstand ist es, der uns während eines Anfalls noch mehr in Luftnot bringt. Also versuchen wir zumindest die Ruhe zu bewahren. Als erstes: Raus aus dem Bereich des Auslösers! Egal welcher Trigger den Asthmaanfall ausgelöst hat, meidet ihn so gut es geht. Erinnert euch an die Lippenbremse. Setzt Sie umgehend ein und konzentriert euch auf Sie. Konzentriert euch nicht auf eure Atmung, sondern nur auf das richtige einsetzen der Lippenbremse. Begebt euch wenn möglich an einen ruhigen Ort, aber meidet nicht andere Menschen wenn welche da sind. Sie können euch ggf. helfen wenn es notwendig wird.

Kutschersitz und CO

Gibt es eine Möglich sich hinzusetzen? Wenn ja, geht in den Kutschersitz und vergesst die Lippenbremse nicht. Wenn es keine Sitzmöglichkeit gibt, nehmt die Torwarthaltung. Ist eine Wand in der Nähe, könnt ihr auch alternativ in die Wandstellung gehen. Alle drei Körperstellungen erleichtern uns das Atmen.

Wird Hilfe gebraucht?

Entscheidend ist nun, wie sich der Asthmaanfall entwickelt. Wird es langsam besser, dann ist zu empfehlen noch eine Weile in der Ruhestellung zu bleiben bis man fit genug ist um weiter zumachen. Das bedeutet in diesem Fall, ggf. einen Arzt aufsuchen, Bedarfsspray besorgen etc.

Wir der Anfall nicht besser, sollten wir uns unsere Optionen vor Augen führen:

  • Sind Personen in der Nähe, die man ansprechen kann? Wenn ja bittet um Hilfe, ihr braucht einen Notarzt oder möglichst schnell ein Bedarfsspray. Jemand könnte zu einer nahe gelegenden Apotheke laufen und dort um Hilfe bitten oder zum Handy greifen und einen Notarzt rufen. Es geht vielleicht um euer Leben, also seit nicht schüchternd und sprecht die Personen an.
  • Sind keine Menschen zum Helfen da, überlegt wie Ihr welche rufen könnt. Ideal wäre natürlich ein Handy um einen Notarzt zu rufen. Geht dies nicht und haben wir keine andere Möglichkeit Hilfe zu rufen, müssen wir mit der Situation alleine fertig werden. In diesem Fall heißt es weiterhin Lippenbremse und atemerleichternde Körperhaltungen.
    Wenn möglich bewegt euch dabei langsam mit dem Ziel an ein Bedarfsspray und einen Notarzt zu kommen.
  • Ist es ganz schlimm um euch bestellt, so habt Ihr hoffentlich die Kortisontablette in eurem Portemonnaie. Nehmt Sie und wartet die Wirkung ab. Die Kortisontablette kann eurer Leben retten.

Besser auf einen möglichen Asthmaanfall vorbereiten!

Ganz klar ist, in die Situation kein Medikament im Falle eines Asthmaanfalls dabei zu haben, dürfen wir Astmatiker niemals kommen. Tut unbedingt alles dafür, das ihr immer euer Bedarfsspray dabei habt und eine Notfall-Kortisontablette bei euch tragt.
Ich empfehle jeden Asthmatiker, besonders diejenigen mit schweren Asthma, sich mit dem Arzt zu unterhalten und zu klären welche Dosierung die persönliche Notfall-Kortisontablette haben soll. Sie hat Platz im Portemonnai oder kann z.B. in einer kleinen Dose um den Hals getragen werden. Ein Handy, mit dem man zumindest Notrufe durchführen kann, sollte ebenfalls immer dabei sein. Auch halte ich es für wichtig, das wir Asthmatiker lernen unsere aufsteigende Panik im Falle eines Asthmaanfalls im Griff zu haben. Hierzu benötigen wir Selbstdisziplin und etwas Körperbeherrschung. Und es schadet nicht, zu diesem Thema Bücher zu Rate zu ziehen.

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