Besser leben mit Asthma (Teil 1) – Magnesium

In der ganzen Zeit in der mich das Asthma bronchiale schon begleitet, habe ich mich immer wieder gefragt ob es nicht Möglichkeiten gibt, die das Leben mit dem Asthma erleichtern. Neben den Medikamenten die das Leben mit dem Asthma grundlegend erträglich machen, muss es doch noch andere Wege geben. Im Laufe der Jahre habe ich dann einige dieser Wege kennengelernt, über die ich gerne in dieser kleinen Blog-Serie berichten möchte. Das erste Thema beschäftigt sich mit Magnesium.

Magnesium und Asthma

Vor ein paar Jahren merkte ich, das mein Körper einen erhöhten Bedarf an Magnesium hatte. Mir taten oftmals die Muskeln der Atemmuskulatur weh und ich wußte nicht wieso. Ein befreundeter Heilpraktiker hat dann festgestellt, dass mir Magnesium fehlt und empfahl das ich mehr Magnesium zu mir nehmen sollte. Die Frage warum das so sei, blieb lange Zeit unbeantwortet. Ich wusste damals nur, das mir zusätzliches Magnesium gut tat. Die Muskelschmerzen ließen nach einer Zeit nach und mein Asthma fühlte sich auch besser an.

Erst ein paar Jahre später wurde mir klar, was da passiert und wie sich die Zusammenhänge erklären lassen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich fast jeden Tag mit Sekretstau zu kämpfen. Die Folgen waren mehr Husten, mehr Belastung für die Atemwege und schlussendlich auch für die Atemmuskulatur. Das Magnesium, dass ich mit dem Lebensmitteln aufnahm langte wohl nicht aus um die Muskeln zu entspannen. Also entstand ein Bedürfnis mehr Magnesium zu sich zu nehmen.

Wozu braucht der Körper Magnesium?

Schauen wir uns zuerst einmal an, wozu der Körper Magnesium braucht. Im Körper beteiligt sich der „Wunderstoff“ an rund 300 Enzymreaktionen und Magnesiumionen dienen als Botenstoffe für das Immunsystem. Entscheidend für uns ist aber, das Muskel-, und Nervenzellen durch Magnesium stabilisiert und beruhigt werden können. Das wäre die Kurzfassung für doch wesentlich komplexere Vorgänge im Körper, an denen Magnesium beteiligt ist. Darauf möchte ich allerdings nicht weiter eingehen, ich denke hierzu finden sich im Internet genügend Informationen.

Wie kann Magnesium bei Asthma helfen?

Hierzu gibt es einige Studien. Im amerikanischen Magazin „Journal of Asthma“ wurde im Jahr 2010 das Ergebnis einer Studie veröffentlicht. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Lungenfunktion durch Magnesium verbessert und die Reizempfindlichkeit der Bronchien erheblich gesenkt wurde. Auch brasilianische Ärzte starteten einen Versuch und untersuchten mehrere Kinder und Jugendliche. Ein Teil von Ihnen erhielt Placebos ein anderer Teil wurde mit Magnesium versorgt, zusätzlich zu den Asthma-Medikamenten. Der Versuch ging über 2 Monate und zeigte am Schluss, das die Kinder die zusätzlich Magnesium erhielten wesentlich weniger Asthmaprobleme hatten und das Bedarfsmedikament weniger nutzen mussten. Magnesium ist auch als „Gegenspieler“ von Kalzium bekannt. Wie ich in meinem Blogeintrag „Beschwerdefrei oder ist Asthma heilbar“ berichte, gibt es ein Protein was dafür sorgt das die Bronchialwände mit Kalzium versorgt werden. Bei Asthmatikern soll dieses Protein nicht richtig arbeiten. Magnesium könnte aber helfen die Muskeln der Bronchialwände zu entspannen.

Magnesium ist doch in unserer Nahrung, oder?

Ein erwachsener Mensch braucht über den Tag verteilt zwischen 300mg und 400mg Magnesium. Es gibt aber auch Meinungen, das diese Menge nicht ausreicht und das 600mg bis 800 mg eher den Tagesbedarf eines Erwachsenen entsprechen. Wissenschaftlich geht man zumindest davon aus, das wir mit unserer Nahrung genügen Magnesium aufnehmen, so das eine zusätzliche Magnesiumaufnahme nicht notwendig ist. In den letzten Jahren wurde aber auch immer wieder berichtet, das die Böden zum Teil Magnesiumarm wären und die Pflanzen auf den Feldern weniger Magnesium aufnehmen würden. Ursache sind zum Teil falsche Düngung. Untersuchungen zu Folge hat sich unsere Magnesiumaufnahme aus der Nahrung seit dem 19. Jahrhundert halbiert. Waschen, kochen und industrielle Weiterverarbeitung sorgt zudem ebenfalls für eine Reduzierung des Magnesiumgehalts in den Nahrungsmitteln. Schlussendlich bedeutet das, wer einen erhöhten Magnesiumbedarf hat, sollte auf jeden Fall gezielt darauf achten was er isst.

Lebensmittel mit hohem Magnesiumgehalt

Lebensmittel mit Magnesium Sojabohnen – 220mg / 100g
Kakao – 415mg / 100g
Kürbiskerne – 534mg / 100g
Sonnenblumenkerne – 420mg / 100g
Naturreis – 157mg / 100g
Mandeln – 250mg / 100g
Haferflocken – 134mg / 100g
Emmentaler Käse – 33mg/100g
Gouda Käse – 28mg / 100g
grüne Bohnen – 24mg / 100g
Hering – 31 mg / 100g
Marzipan 120mg / 100g
Cashewnüsse – 267mg / 100g
Vollkornbrot – 150mg / 100g
Bohnen – 132mg / 100g

Magnesium kommt in fast allen Lebensmitteln vor, allerdings variiert die Menge erheblich.
Die Liste oben zeigt eine kleine Auswahl an Nahrungsmitteln die einen hohen Anteil an Magnesium haben. Man sollte die Lebensmittel allerdings möglich unbehandelt zu sich nehmen.

Magnesium Überdosis? 

Eine Überdosierung mit Magnesium kommt nur selten vor und geht einher mit anderen Krankheiten. Überschüssiges Magnesium entledigt sich unser Körper beim nächsten Toilettengang. Nur Personen mit Nierenproblemen könnten bei zuviel Magnesium im Körper gesundheitliche Probleme bekommen, da der Stoff nicht gänzlich über den Urin ausgeschieden werden kann.

Bleibt zum Schluss die Erkenntnis, das Asthmapatienten die zusätzliche Einnahme von Magnesium in Betracht ziehen sollten, um Ihre Beschwerden zu lindern. Gerade diejenigen unter uns, die mittleres oder schweres Asthma haben, sollten auf Ihre Magnesiumzufuhr achten. Grundsätzlich scheint es eine gute Idee zu sein, denn Forscher schließen nicht aus das aus Magnesiummangel diverse andere Krankheiten entstehen können.

Ich persönlich nehme zusätzliches Magnesium in Form von Präperaten aus der Apotheke ein. Nicht jeden Tag und meisten nur weil ich zu faul bin auf meine Ernährung zu achten. Zwischendurch wird einmal eine Nussmischung geknabbert oder eine Milch mit echtem Kakao getrunken. Wenn wir etwas auf unsere Ernährung achten, kommen wir auch ganz ohne zusätzliche Präperate aus. Aber es schadet auch nicht, eine Packung mit Magnesiumtabletten im Schrank zu haben.

Hier geht es zu Teil 2: Vitamin D

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