Besser leben mit Asthma – (Teil 2) Vitamin D

Winter! Ich fahre im Dunkeln zu Arbeit, sitze den ganzen Tag im Büro und verlasse dieses erst am späten Nachmittag wieder. Wenn dann einmal die Sonne scheint, ist Sie in der Regel gerade dabei am Horizont zu verschwinden. Kommt man einmal in der Mittagspause raus und die Sonne scheint, ist man zumeist in dicke Winterklamotten gehüllt.
Ich fühle mich an solchen Wintertagen manchmal lustlos, keinen Bock auf Arbeit. Sieht fast so aus als wenn der Antrieb fehlt. Das Asthma ist dann oftmals auch nicht so, wie es eigentlich mit den Medikamenten sein sollte. Kommt euch das bekannt vor?

Winterdepression? Möglich! Verantwortlich könnte hierfür aber eine Unterversorgung mit Vitamin D sein, dass vom Körper in der Regel selbst produziert wird. Vorausgesetzt die Haut sieht genügend Sonnenlicht. Da wir im Winter nicht in kurzer Hose und T-Shirt in der Sonne liegen, sieht es mit der Eigenproduktion von Vitamin D eher schlecht aus. Zudem würde dies auch nichts bringen. Selbst wenn wir uns nackt im Winter in die Sonne legen, produziert der Körper kaum Vitamin D, da der Wintersonne die nötige Strahlungskraft fehlt. Wer nun denkt: „Gehe ich halt ins Sonnenstudio“, der könnte enttäuscht werden. Zur Bildung von Vitamin D über die Haut sind UV-B Strahlen notwendig. In ganz vielen Solarien wird jedoch das schnellbräunende UV-A Licht eingesetzt. Natürlich wird Vitamin D auch über die Nahrung aufgenommen.
Hauptsächlich Fisch beinhaltet vergleichsweise wesentlich mehr Vitamin D als andere Nahrungsmittel. Angeführt wir die Liste von geräucherten Aal (90µg/100g) über Hering (25 µg/100g) bis hin zu Sardinen (11 µg/100g). Aber wer isst schon täglich Fisch? Wissenschaftlich ist man sich aber offenbar einig, dass die meiste Produktion von Vitamin D, die unser Körper benötigt, über die Haut erfolgt.

Welche Wirkung hat Vitamin D?

Das Vitamin spielt eine Rolle beim verstoffwechseln von Phosphat, unterstützt das Immunsystem, ist wichtig für die Entwicklung und Ausbildung von Abwehrzellen. Es unterdrückt Entzündungen, verhindert Autoimmunkrankheiten und chronische Entzündungen bereits in der Entstehungsphase. Man vermutet, dass es zudem sehr gut gegen Viren wirkt und das die hautpsächlich im Winter auftretenden Grippewellen eine Folge des Vitamin-D-Mangels sind.
Das Vitamin sorgt auch dafür, dass sich aus Vorläuferzellen schlussendlich Knochenzellen bilden können. Zudem regelt Vitamin D den Calciumhaushalt. Moment mal … hatten Forscher nicht herausgefunden, das bei Asthmatikern die Calciumpumpe in den Bronchien nicht mehr richtig funktioniert (hier nachlesen)? Könnte es also sein, wenn der Körper mit ausreichend Vitamin D versorgt wird, das die Calciumversorgung in den Bronchien wieder etwas besser läuft?

Wie kann Vitamin D bei Asthma helfen?

An der Universität von Tel Aviv haben sich einige Forscher mit den Zusammenhängen von Vitamin D und Asthmasymptomen beschäftigt. Sie werteten hierzu Daten von über 20000 jungen Asthmatikern aus. Untersuchungsziel war es, fest zu stellen ob Vitamin D Einfluß auf den Schweregrad von Asthma hat. Heraus kam dabei, das sich durch die Gabe von Vitamin D die Asthmasymptome wesentlich verringerten. Im Umkehrschluss verschlechtere sich das Asthma bei Asthmatikern mit geringen Vitamin D Spiegel und konnte durchaus zu einem unkontrolliertem Asthma werden. Als unkontrollierbar stuften die Forscher ein Asthma ein, in dem der Patient mindestens viermal im Jahr wegen Asthmabeschwerden zum Arzt ging und mindestens fünfmal sein Bedarfsspray einsetzen musste.
Bei einigen der Asthmatikern, die einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel hatten, wurden zudem schwere Asthmaprobleme in der jüngsten Vergangenheit festgestellt.
Außerdem ermittelten die israelischen Wissenschaftler, dass Asthmatiker mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel in der Regel mindestens eine besonders schwere Asthmaepisode in der jüngsten Vergangenheit hinter sich hatten.

Welche Menge Vitamin D ist sinnvoll?

Zuerst sei gesagt: Wer sich oft im Freien aufhält und genügend Sonne an seine Haut lässt, der deckt in der Regel 80% seines Bedarfs an Vitamin D. Das bedeutet dann aber auch kurze Hose, T-Shirt und genügend Sonne. Zudem sollte man zumindest mehrmals am Tag kurze Sonnenbäder (je nach Hauttyp 5 – 25 min) ohne Sonnenschutz genießen. Denn Sonnenschutzmilch etc. verhindert die Bildung von Vitamin D über die Haut. Die restlichen 10%-20% des Bedarfs decken wir dann über die Nahrung, vorausgesetzt sie enthält Vitamin D. Es ist jedoch kaum möglich, eine 100%ige Deckung des Vitamins über die Nahrung zu erhalten. Sich der Sonne auszusetzen ist also auf jeden Fall notwendig.
Wie bereits erwähnt, können wir in unseren Breitengraden in den Wintermonaten unsere eigene Vitamin-D Produktion mit Hilfe der Sonne nicht decken. Also ist es ratsam zu entsprechenden Vitaminpräparaten zu greifen. Nun stellt sich aber die Frage, wie viel sollte man zusätzlich nehmen?
Hier gehen leider die Meinungen auseinander.
Vitamin D wird in der Regel in Internationalen Einheiten (IE) angegeben.
1 IE entspricht dabei 0,025 µg.
Offiziell wird ein Tagesbedarf von 800 IE für Erwachsene und Kinder ab dem 1. Lebensjahr genannt. Diese Angabe ist aber laut einiger Experten (z.B. Dr. Cedric F. Garland,Uni California, San Diego) veraltet und soll sogar auf einen Rechenfehler beruhen.
Sie fordern daher auf, den Tagesbedarf auf 7.000 IE anzuheben, DR Garland vertritt sogar die Meinung das die Höchstdosis auf 10.000 IE festzulegen sei.
Auch sollte man wissen, das der Körper durch Sonnenbäder am Tag ca. 10.000 IE – 20.000 IE herstellt. Eine Apothekerin empfohl mir eine zusätzliche Tagesdosis in den Wintermonaten in Höhe von 2.000 IE – 3.000 IE.


Es gibt jedoch auch eine klare Empfehlung: Tagesbedarf = 50 IE pro kg Körpergewicht. 


Wird Vitamin D im Körper gespeichert?

Ja, als fettlösliches Vitamin wird es in den Muskeln und im Fettgewebe gespeichert. Wie groß der Körperspeicher allerdings ist, hängt von der Person ab. Fettleibige können mehr Vitamin D speichern als Normalgewichtige. In 1 kg Fett sollen ca. 4.000 IE gespeichert werden können. Bei einem 70 kg schweren Menschen soll somit ein Gesamtspeichervolumen von ca. 100.000 IE bestehen.

Kann Vitamin D auch überdosiert werden?

Ja! Aber nur wenn Vitamin-D Präparate eingenommen werden. Eine Überdosierung von natürlichen Vitamin D mit Hilfe von Nahrungsmitteln und Sonnenproduktion ist in der Regel ausgeschlossen. Nahrungsmittel enthalten für eine Überdosierung nicht genügend des Vitamins und die Haut blockiert die Produktion mit Hilfe der Sonne ab einer bestimmten Menge von selbst.
Ab einer Menge von täglich ca. 40.000 IE Vitamin D spricht man von einer Überdosierung.
Vitamin D ist für die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung verantwortlich. Eine Überdosierung führt somit zu einer Hyperkalzämie, der übermäßigen und gesundtheitsgefährdenden Aufnahmen con Kalzium. Die Folgen sind eine Verkalkung der Gefäße, Nierensteine, Herzinfarkte und Ateriosklerose.

Fazit

Ich denke für uns Asthmatiker macht die zusätzliche Gabe von 2.000 IE bis max. 4.000 IE Sinn.
Auf Grund der Tatsache, dass Vitamin D bei entzündlichen Prozessen hilft und wir Asthmatiker so etwas in der Regel immer in unseren Bronchien mit uns herumschleppen, ist es also ratsam auf den Vitamin-D Haushalt zu achten. Ich selbst habe bereits damit begonnen Vitamin D Tabletten zu nehmen und werde mich wohl auf einen Wert von 2.000 IE einpendeln. Da Vitamin D Tabletten allerdings auch andere Zusatzstoffe enthalten, könnte man auch auf das etwas teuere aber durchaus sinnvollere Vitamin-D Öl zurückgreifen. Das werde ich dann bei nächster Gelegenheit ausprobieren.
Ich persönlich muss sagen, dass ich mich durch das zusätzliche Vitamin D wesentlich besser, vitaler und zudem gut gelaunt fühle.

Wer mehr über das Vitamin D wissen möchte, findet hier sehr viele Informationen:

 

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