Multitalent: RC-Cornet® Plus

Ich möchte heute ein neues Gerät (Juni 2017) vorstellen, das ich einen 10 Tage-Test unterzogen habe.

 

Name: RC-Cornet® Plus
Hersteller / Vertrieb: RC-Medizintechnik / Cegla Medizintechnik
Gerätefunktion: Lösen und Entfernen von Bronchialschleim
Zielgruppen: Asthma, COPD, Bronchitis, Lungenemphysem, Mukoviszidose (CF),
Raucherhusten, Bronchiektasie
Testbereich: Asthma
Preis: 58,00 € – 78,00 € (Juni 2017)

Der erste Eindruck

Das von Cegla Medizintechnik versendete und gut verpackte Paket kommt schnell und ohne Lieferverzögerung bei mir an. Nach dem öffnen habe ich eine Menge Printmaterial und das bereits zusammengebaute RC-Cornet Plus vor mir liegen. Die Menge des Printmaterials lässt mich zuerst einmal schlucken, befürchte ich doch bei dessen Anblick eine langwierige Anleitung und ein in der Handhabung kompliziertes Gerät. Dieser Befürchtungen bestätigen Sich jedoch nicht, wie sich später herausstellt. Das Gerät und zusätzliches Material sind hygienisch in Kunststoffbeuteln verpackt.

Der Lieferumfang:
1x RC-Cornet® Plus
1x Reinigungsstab für den Schlauch
1x Infobroschüre über weitere Produkte
1x Anleitung in mehreren Sprachen

zum Test zusätzlich bestellt:
1x Nasenadapter, macht aus dem Gerät ein RC-Cornet® Plus NASAL
1x RC-Clean, Reinigungsbeutel für die Mikrowelle

Das Gerät

Die Größe des Geräte überrascht mich doch etwas. Es ist deutlich größer als z.B. ein normaler Flutter und passt wohl wie dieser nicht unbedingt in jede Jackentasche. Aber es ist auch wesentlich leichter. Das Atemtherapiegerät besteht komplett aus Kunststoff und lässt sich zur Reinigung in 6 Einzelteile zerlegen. Da ich Neugierig bin, zerlege ich das Teil also erst einmal in seine Einzelteile.

Das Gerät lässt sich ohne Anleitung leicht wieder zusammen bauen. Nur das flache blaue, flexible Endstück erfordert etwas Fummelei, bis es wieder perfekt an seinem Platz sitzt.
Aber keine Angst, spätestens nach dem dritten Zusammenbau geht auch dies schnell von der Hand.

Wie funktioniert das RC-Cornet Plus?

 

Die Hauptaufgabe des Atemtherapiegeräts ist es, den Bronchialschleim zu lösen und somit schlussendlich das Husten verringern. Hierzu werden in der Lunge Druckschwankungen erzeugt, ähnlich wie beim Flutter. Das Gerät bietet hierzu allerdings mehr Funktionen. Das Mundstück hat zum Beispiel zwei Einstellmöglichkeiten.
Einstellung 1 soll die Atemwege weiten und die Atemnot reduzieren
Einstellung 2 soll die Atemwege reinigen, einen produktiven Husten erzeugen und den Hustenreiz so mindern.
Hierzu gibt es dann noch 4 weitere Einstellungen, die den Widerstand ändern. Durch die unterschiedlichen Widerstände variiert dann der Trainingseffekt.

Das Gerät kann aber auch mit Iso-genormten Verneblern betrieben werden und hat einen Anschluss für diese vorgesehen. Das bedeutet, das Gerät erweitert die Atemwege und gleichzeitig kann über den Vernebler das benötigte Medikament inhaliert werden.

RC-Cornet PLus® mit Vernebler

RC-Cornet Plus® mit Vernebler

Zudem gibt es noch diverses Zubehör, so das z.B: auch tracheotomierte Patienten das Gerät einsetzen können (Tubus).
Auch für die oberen Atemwege gibt es Aufsätze für die Nase, so dass der Effekt auch die Nasennebenhöhlen befreien kann.

Meine Erfahrung mit dem RC-Cornet plus

Anwendung des Atemtherapiegerätes

Es ist Morgens, 15 Minuten vor 6 Uhr. Ab ins Badezimmer. Ich habe mir vorgenommen das Atemtherapiegerät in den nächsten 10 Tagen ausgiebig zu testen. Ich habe mir gedacht, das ich seine Funktion am besten in den Morgen und Abendstunden nutzen sollte und dies problemlos während der „Morgentoilette“ erledigen kann, ohne das es mich merklich mehr Zeit kostet. Denn soweit ich mein mittelschweres Asthma kenne, hat sich über Nacht wieder etwas Sekret in den Bronchien gebildet. Und das soll raus.

Ich mache 3 x 3 Anwendungen und zwar bevor ich meine morgendliche Dosis des Asthma-Medikamentes nehme. Da ich Sekret heraus befördern möchte, stelle ich das Mundstück auf Stufe 2. Die dreistufige, drehbare Einstellung des Widerstandes lasse ich auf Stufe 1.
Der erste Versuch ins „Horn“ zu blasen schlägt fehl. Ich höre nur eine Art summendes Geräusch, das irgendwie nicht richtig zu sein scheint und mich an eine schwache Biene erinnert. Ok, also noch einmal. Diesmal nicht nur normal ausatmen sondern etwas fester pusten und siehe da, es ist ein trommelndes, recht lautes Geräusch zu hören. Fühlt sich gleich besser und richtig an. Ich versuche das Ausatmen gleichmäßig und nicht zu schnell zu machen. Nachdem ich soviel Luft aus der Lunge gedrückt habe wie mir möglich, mache ich den ersten Fehler und atme durch den Mund wieder ein. Auch wenn das problemlos geht, sollte das einatmen jedoch über die Nase erfolgen.

Nachdem ich den Vorgang drei mal wiederholt habe, mache ich eine Pause und wasche mich erst einmal. Irgendwie merke ich noch nichts. Sollte sich der Schleim nicht jetzt auf den Weg machen? Hm, OK… nach dem Waschen folgt also der zweite Durchgang mit wiederum 3 mal pusten. Nach dem zweiten Durchgang merke ich dann, wie sich der erste Erfolg einstellt. Der Hersteller des Gerätes folgt der allgemein gültigen Empfehlung, den Schleim nicht ab zu husten, sondern „ab zu hauchen“. Das ganze nennt sich „Huffing“.
Ganz ehrlich? Mit dem „Huffing“ komme ich nicht klar. Oft probiert und es endet immer im Räuspern oder Husten.

Ich nutze die Pause bis zur nächsten Anwendung und rasiere mich erst einmal. Der dritte Durchgang sorgt dann nach kurzer Zeit dafür, das noch mehr Schleim durch die nun geweiteten und freigerüttelten Bronchienkanäle nach draußen kommt. Das ganze scheint gut in den Fluss gekommen zu sein.

Zum Abschluss nehme ich dann mein Asthma-Medikament. Warum nehme ich das Medikament hinterher und nicht vorher? Nun, durch das RC-Cornet Plus Atemtherapiegerät wurde schon eine Menge Sekret nach draußen befördert und die Bronchienkanäle sind noch etwas geweitet. Atme ich nun mein Dauermedikament ein, landet es in den den „freigeputzten“ Kanäle und kann dort etwas besser wirken.

Reinigung

Das Gerät muss natürlich auch gereinigt werden. Das RC-Cornet Plus lässt sich sehr schnell in seine Einzelteile zerlegen. Der Reinigungsstab wird in den Schlauch gesteckt und alle Teil landen dann in einer Schüssel mit warmen Wasser. Wer mag kann dem ganzen einen Spritzer Zitronenkonzentrat beigeben, jedoch keine anderen Reinigungsmittel.
Nach der Reinigung kommen dann alle Teile auf ein Tuch. Wie ich bemerkt habe, trocknen die Einzelteile alle sehr schnell.
Der Hersteller bietet auch einen Reinigungsbeutel an, mit dessen Hilfe die Einzelteile unter Zugabe von etwas Wasser in der Mikrowelle gereinigt werden können.

Fazit zum RC-Cornet Plus

Ich habe das Gerät ganze 10 Tage getestet und es immer Morgens und Abends eingesetzt. Es gab 1 – 2 Tage wo ich es auch einmal irgendwann im Laufe des Tages genutzt habe. Denn zur Zeit plagt mich auch mein Heuschnupfen, der meine Lungen zusätzlich belastet.
Die Wirkung hat mich am ersten Tag allerdings doch überrascht. Denn ich bekam deutlich besser Luft. Leider erinnerte mich das auch an eine vergangene Zeit, als ich ein paar Wochen lang immer wieder mal ins hyperventilieren verfiel. Ursache war damals eine falsche Dosierung des Dauermedikaments. Ich bin mir sicher, dass das RC-Cornet Plus durch eine falsche Anwendung in der Anfangszeit auch eine Hyperventilation auslösen könnte.
Zum Thema Hyperventilation erhielt ich Informationen von der Firma Cegla direkt, die ich hier gerne Zitieren möchte:

Eine zu häufige Anwendung des RC-Cornet® PLUS hat sowohl in der klinischen wie auch in der häuslichen Anwendung bisher nicht dazu geführt, dass es eine Hyperventilation ausgelöst hat.

Dies ist nur denkbar, wenn die Patienten die Atemtherapie mit einer Lungenfunktions-messung verwechseln (forcierte Ausatmung) oder eine starke Hyperreagibilität aufweisen. Deshalb finden Sie auch entsprechende Hinweise in der Gebrauchs-anweisung.

Ein Patient mit einer starken Hyperreagibilität kann vor der Therapie in der Anfangszeit von Fall zu Fall einen Hub Salbutamol einnehmen. Eine reduzierte Ausatmung sollte dies in der Regel allerdings nicht auslösen.

In der Einstellung 1 bei der RC-Cornet® Plus Therapie wird die ganze Ausatemluft zurückgestaut, um die Atemwege zu weiten. Daher wird es dort noch weniger zu einer Hyperventilation kommen, als in der Einstellung 2, denn dort ist der gemessene Fluss etwas höher.

Im Vergleich zu einem Flutter ist die Neigung zu einer Hyperventilation allerdings um ein Vielfaches reduziert, da der Fluss beim Flutter wesentlich höher ist (wenn die Kugel in der Luft ist fließt daneben sehr viel Ausatemluft vorbei).

Das Gerät ist zwar nicht so klein und handlich wie ein herkömmlicher Flutter, dafür bietet es aber auch wesentlich mehr. Für mich hat es genau das gemacht, was ich erwartet habe. Es befreit mich von dem lästigem Schleim und kann auch Sekretstaus effektiv lösen.

Die dem Gerät beiliegende Anleitungen ist in fünf Sprachen verfasst (DE, EN, ES, IT, FR), leicht verständlich und bietet neben der normalen Anleitung auch ausreichend Hinweise auf die möglichen Nebenwirkungen.

Link zur offziellen Informationsseite

8 Gedanken zu „Multitalent: RC-Cornet® Plus

  1. Hallo, ich habe den RC Cornet seit 3 Tagen, leide unter Asthma. Ich komme nicht gut zurecht, muss ihn nach jeder Anwendung auseinandernehmen und trocknen! Auf Stufe 1 ist es schon nach wenigen Ausatmungen so schwer, offenbar durch Feuchtigkeitsablagerungen im Schlauch, dass ich kaum 2 Minuten durchhalte. Ist das normal??
    Viele Grüße Claudia Geise

    1. Hallo Frau Geise,
      haben Sie den RC Cornet oder den hier beschriebenen RC Cornet Plus? Mit ersterem habe ich keine Erfahrungen sammeln können.

      Der RC Cornet Plus benötigt etwas Übung. Wenn Sie am Anfang noch keine 2 Minuten durchhalten, dann ist das nicht ungewöhnlich. Ich persönlich nutze das Gerät keine 2 Minuten am Stück, sondern habe mir überlegt wie ich am besten mit dem Gerät klar komme. 2 Minuten können lang werden. Also mache ich immer 3 Anwendungen hintereinander, danach folgt ein kurze Pause, anschließend wieder 3 Anwendungen. Mit dem Ergebnis war ich bisher immer zufrieden.
      Ich würde Ihnen zu einem ähnlichen Vorgehen raten. Schauen Sie einmal wie viele Anwendungen Sie hintereinander schaffen ohne in eine zu große Anstrengung zu verfallen. Es müssen ja zu Anfang auch keine 2 Minuten am Stück sein. Denn die untrainierte Lunge muss sich auch erst daran gewöhnen. Mit dem Gerät können Sie ruhigen Gewissens etwas experimentieren um ihre persönliche und beste Einstellmöglichkeit am Gerät heraus zu finden. Probieren Sie z.B. einmal die Stufe 2 (Einstellung am Mundstück) aus und schauen Sie was sich verändert.

      Die Feuchtigkeitsablagerungen im Schlauch sind leider nicht zu vermeiden und erschweren die Anwendung etwas. Auf das Ergebnis hat dies jedoch keinen negativen Einfluß und nach einiger Zeit der Anwendung hat man sich daran gewöhnt. Ich mache es zudem so, dass ich nach jeder Anwendung den Schlauch entnehme, auf den Stab stecke und heißes Wasser durchlaufen lasse. Er trocknet dann relativ schnell wieder.
      Ich hoffe ich konnte Ihnen ein paar Anregungen geben. Sollten Sie weitere Fragen diesbzgl. haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
      LG Rainer

  2. Hallo!
    Ich habe eher leichtes Asthma, dafür aber häufiger Probleme mit der Hyperventilation. Eigentlich hatte ich vor mir das Gerät zu kaufen, aber dass es evtl. die Neigung zum Hyperventilieren fördert, schreckt mich dann doch ab. Würde Das Cornet mit dem Nasenaufsatz evtl. den gleichen Effekt auslösen?

    Sie hatten ja selbst schon Probleme mit dem Hyperventilieren, wie Sie in Ihrem Bericht schreiben. Bei Ihnen lag es an der Dosierung des Dauermedikaments. Ich nehme an Sie meinen damit Ihr inhalatives Cortisonspray.? War Ihre Dosierung zu niedrig oder zu hoch? Würde mich sehr interessieren und wäre eine hilfreiche Info für mich, weil ich schon länger den Verdacht habe, dass das bei mir auch der Grund sein könnte…………aber erzählen Sie mal einem Schulmediziner etwas von Hyperventilation, ist zumindest meine Erfahrung…………ansonsten, guter Block zum Thema Asthma!

    1. Hallo,

      also, das Gerät selbst löst keine Hyperventilation aus.Ausnahme: der Anwender neigt zu einer starken Hyperreagibilität. Aber auch in diesem Fall kann man das Gerät laut Hersteller benutzen, wenn das Gerät in der Einstellung 1 betrieben wird. Ein Hub Salbutamol vor der Anwendung soll zudem die Hyperventilation bei Anwendern mit starker Hyperreagibilität verhindern.
      Der Nasenaufsatz soll die Nebenhöhlen befreien indem es den Schleim in den Fluss bringt. Auf die Bronchienkanäle hat es dann weniger Einfluß.

      Es ist richtig, das die Dosierung des Dauermedikamentes (inhalatives Cortisonspray, in meinem Fall Symbicort) bei mir zu einer Hyperventilation führte. Ich hatte damals starke Probleme mit dem Asthma, ständig Sekretstaus etc. Mein behandelnder Arzt riet mir damals die doppelte Dosis des Sprays zu nehmen. Da ich mittelschweres Asthma habe, war und ist meine tägliche Dosis sowieso nicht die Niedrigste. Aber eine Verdoppelung der Dosis erschient mir doch etwas zu viel. Der Arzt verneinte dies und so erhöhte ich dann die Dosierung. Die Folgen waren nicht nur extremere Nebenwirkungen als bei meiner normalen Dosierung, sondern das Atmen veränderte sich innerhalb der nächsten Tage und Wochen erheblich. Die Bronchienkanäle waren weit gestellt. Offensichtlich zu weit, da mein Körper damit nicht klar kommen konnte und in die Hyperventilation verfiel. Nach dem zweiten Krankenhausbesuch und dem Ratschlag der dort behandelnden Ärzte mich doch in psychologische Behandlung zu begeben, war mir klar das ich mich zusehr auf Ärzte verlassen hatte. Die Frage eines damals anwesenden Psychiaters im Krankenhaus: „Haben Sie denn auch Selbstmordgedanken?“ bestärkte mich in meinem Entschluss selbst tätig zu werden. Die Aufklärung von Patienten über Ihre Krankheit wird leider von vielen Ärzten nicht wahrgenommen. So war es auch bei mir. Geräte wie das RC-Cornet, nützliche Nahrungsergänzungsmittel, Schüsslersalze etc. werden von so gut wie keinem Schulmediziner empfohlen. Und wenn, dann nur hinter vorgehaltener Hand: „Von mir haben Sie das aber nicht“. Ich habe nichts gegen die Schulmedizin, diese hat mir schon mindestens zweimal das Leben gerettet. Aber mehr Aufklärung wäre gut und wichtig.

      Ich beschloss damals meine Asthmabehandlung selbst in die Hand zu nehmen und diese nicht Fremden zu überlassen. In der Folge entstand dieser Blog.

      Zurück zu Ihrer Frage:
      Wichtig ist das die grundlegende Dosis des Asthmamedikamentes richtig bestimmt wird.
      Wenn Sie leichtes Asthma haben und die Dosierung erhöhen, dann kann dies womöglich eine Hyperventilation auslösen.
      Haben Sie Ihre Dosis bei gleich bleibender Asthmastärke veringert, sollten sich im Grunde die Asthmaprobleme verstärken. In diesem Fall habe ich aber bisher noch nicht von einer Hyperventilation gehört.
      Die Frage wäre auch, bemerken Sie neben der Hyperventilation auch noch andere Symptome wenn Sie Ihre Medikament nehmen. Erhöhte Nebenwirkungen können auch ein Anzeichen für eine zu Hohe Dosis sein.

      Ich würde mich freuen wieder von Ihnen zu hören.

      LG Rainer

      Nachtrag: Wann begann bei Ihnen die Hyperventilation? Hatten Sie VOR der Asthma Diagnose schon Hyperventiliert?

      1. Hallo!

        Danke für Ihre ausführliche Antwort. Schön dass Sie so rasch geantwortet haben.

        .Das Kortison dient ja dazu die Entzündung in den Bronchien einzudämmen, hingegen nimmt man z.B. Salbutamol um die Bronchien zu erweitern. Deshalb hat es ja auch die Funktion eines Notfallspray. Viele Asthmatiker nehmen heute ein Kombimedikament, wie z. B. Sie, in Form von Symbicort. um beide Wirkprinzipien zu verbinden..

        Ein Asthmatiker hat ja das Problem dass er nicht ausreichend bzw. vollständig ausatmen kann. Es verbleibt zu viel Restluft in der Lunge. Wenn man hyperventiliert, liegt der Fall ähnlich.

        Bronchialerweiternde Sprays haben, abgesehen von Ihrer absoluten Notwendigkeit bei einem Asthmaanfall, leider den Nebeneffekt, wenn man sie auch in der anfallsfreien Zeit nimmt, ständig die Bronchien zu erweitern und somit die Hyperventilation zu begünstigen. Wenn also die Firma rät, vor der Nutzung ihres Geräts, auch noch so ein Spray zu benutzen, dann wird höchstwahrscheinlich so jemand wie ich erst recht anfangen zu hyperventilieren.

        Mir ist das selber schon passiert, dass ich meinte einen Asthmaanfall zu bekommen und habe mein Salbutalmolspray benutzt. Allerdings hatte sich in dem Moment bei mir die Hyperventilation verstärkt und die Inhalation von Salbutamol hat meine Symptome verstärkt und fast zu einer Panikattacke geführt, denn durch die Erweiterung der Bronchien konnte ich noch „leichter überatmen“..

        Heute ist in solchen Momenten mein Griff zum Peak-Flow-Meter der erste, denn der gepustete Werte zeigt mir genau wohin die Reise geht.

        Ich plädiere dafür, lieber beide Medikamente getrennt zu verwenden und nicht als Kombipräparat.

        Die 2. Frage in Ihrem Nachtrag ist schwer zu beantworten. Falls Sie mit Hyperventilation die akute Form verbinden, also Panikattacken, so kann ich dies eindeutig mit nein beantworten. Ich habe vor der Diagnose Asthma nie unter akuter Hyperventilation gelitten. Chronisch hingegen wäre möglich gewesen. Die chronische Variante verursacht oft keine Atemprobleme, sondern kann auch solche Symptome wie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit etc. hervorrufen. Chronisch hyperventilieren heißt, man atmet dauerhaft ein ganz kleines bisschen zu viel ein und zu wenig aus. In Stress-Situationen atmet jeder verstärkt, wenn man dann von diesem Level nicht wieder herunterkommt, kann sich die chronische Hyperventilationsform entwickeln. Jetzt können die Symptome der chronischen Hyperventilation so vielseitig sein, dass sie sich mit Symptomen anderer Krankheitsbilder überschneidet, das ist das Dilemma dabei. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Hyperventilation bei Ärzten überhaupt kein Thema ist.

        Da sich ja bei mir die Ärzte bis heute nicht einig sind in der Diagnose – hyperreagibles Bronchialsystem ist ja letztendlich auch nur eine Verlegenheitsdiagnose, ist es für mich schwer zu sagen, wann die Hyperventilation begann. Ich kann nur so viel sagen, meine Symptomatik begann mit Kurzatmigkeit. Dann kam irgendwann Husten/Hustenreiz hinzu und schließlich eine Engegefühl in der Brust. So viel zu ihrer 1. Frage im Nachtrag.

        Wo ich Ihnen nur zustimmen kann ist, dass man oft gezwungen ist selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Ich will gar keine Verteufelung der Schulmedizin betreiben, aber wenn die Symptomatik, Diagnostik und Behandlung nicht lehrbuchmäßig verläuft, ist man doch oft auf sich alleine gestellt. Glücklich können sich die schätzen die einen Arzt finden, der den Patienten als Ganzes sieht. Denn, davon bin ich überzeugt, egal an welcher Erkrankung man leidet, es ist nie nur ein Organ, ein Teilbereich des Körpers betroffen, sondern der gesamte Mensch.

        Aber eine Frage hätte ich auch noch. Obwohl ich das Cortisonspray in nicht sehr hochdosierter Form nutze, leidet meine Stimme mit dem Jahren immer mehr. Sie ist oft belegt und rauh und ich muss mich häufiger räuspern. Kennen Sie das Problem? Ich frage mich was schont die Stimmbänder mehr Cortison in Form eines inhalatives Pulver oder als reines Spray? Haben Sie da Erfahrungen?

        PS: Was ich noch empfehlen kann, was mir meine Beschwerden etwas erleichtert, sind Feldenkrais und Yoga. Wichtig, man muss dabei konsequent sein und am Ball bleiben. Wundermittel sind das auch nicht. Aber ich kann nur jedem Asthmatiker empfehlen etwas für seine Körperhaltung zu tun. Bei einer aufrechten Körperhaltung wird die Lunge besser belüftet, als bei nach vorne gezogenen Schultern und Rundrücken. Ich habe bisher noch keinen erwachsenen Asthmatiker kennengelernt der eine gute Körperhaltung hat, mich eingeschlossen, aber ich arbeite dran!

        Herzliche Grüße
        C. Kurkamp

        1. Hallo Frau Kurkamp,

          ich persönlich bin froh ein Kombipräparat zu haben. In Laufe der Jahre habe ich gelernt die Dosis für meinen persönlichen Bedarf soweit an zu passen, das ich schon seit ca. 6 Jahren mein Notfallspray nicht mehr angerührt habe.
          Zudem haben eine Atemtherapeutin und ein befreundeter zertifizierter Triggerpunktmasseur mir Wege aufgezeigt mit meiner Atmung besser zurecht zu kommen. Die Atemmuskulatur spielt hierbei eine große Rolle. Zudem atme ich seit dieser Zeit nur noch durch die Nase (außer bei körperlicher Anstrengung), was sich bei mir auch positiv auf die Atemtiefe auswirkt. Entsprechender Druck auf Triggerpunkte in der Atemmuskulatur erleichtern die Atmung erheblich. Die zusätzliche Aufnahme von Magnesium entspannt die glatte Bronchienmuskulatur etwas, was auch etwas die Atmung erleichtert.

          Das vermehrte Räuspern, das sie verspüren und die Stimme rau macht, ist mir sehr wohl bekannt. Bei mir liegt es an der vermehrten Schleimbildung in den Bronchienkanälen und der zu geringen Wasseraufnahme. Für mich persönlich ist es ein Signal dafür, das sich der Abtransport des Sekretes verlangsamt und ggf. ein Sekretstau droht. Ich habe die Erfahrung gemacht, das sich bei der Inhalation von Spray mehr Rückstände im Rachen- und Mundraum ablagern als beim Pulver. Spray reizt offensichtlich meine Stimmbänder wesentlich mehr als Pulver. Eine Inhalationschamber (Spacer) kann bei der Sprayinhalation aber ggf. Abhilfe schaffen, da durch diese weniger Ablagerungen im Rachenraum verbleiben.

          LG Rainer

          1. Hallo!
            Ja, ich benutze auch ein Pulverspray. Weil auch mein Eindruck war, dass dadurch die Belastung der Stimmbänder geringer ist.

            Ich hätte auch gerne einen kompetenten Atemtherapeuten, leider in meiner Region kaum bis gar nicht vorhanden. Da beneide ich Sie aber! Was Physiotherapeuten in dieser Beziehung anbieten, war für mich nicht hilfreich, da einfach meine chronische Hyperventilation dabei nicht berücksichtig wurde.

            Ich atme sowieso nur durch die Nase. Aber wer viel durch den Mund atmet, beeinflusst sein Asthma ohne Frage negativ und begünstigt Hyperventilation – das ist ja genau das Prinzip der „Überatmung“.

            Was die Atemmuskulatur betrifft, stimme ich Ihnen absolut zu. Zwerchfell und Atemhilfsmuskulatur sind bei mir chronisch verspannt, begünstigt auch durch meine Fehlhaltung – ein Teufelskreislauf. Allerdings versuche ich es noch mal demnächst mit Osteopathie, mal schauen, einige schwören ja darauf und dann habe ich noch einen Physiotherapeuten „entdeckt“, der ein eigenes Behandlungskonzept entwickelt hat – ich werde das im September ausprobieren und sollte es hilfreicher sein, als die übliche physiotherapeutische Behandlung, berichte ich hier gern darüber.

            Magnesium hat bei mir keinerlei Wirkung gezeigt, hinsichtlich meines evtl. Asthmas.

            Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute für Ihre Gesundheit und Ihren Block. Ich versuche jetzt erst mal diese Hitze irgendwie hinter mich zu bringen, denn die setzt meinen Atembeschwerden immer besonders zu und in diesen Sommer scheint die Hitze ja keine Ende nehmen zu wollen.
            LG
            C. Kurkamp

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