Multitalent: RC-Cornet® Plus

Ich möchte heute ein neues Gerät (Juni 2017) vorstellen, das ich einen 10 Tage-Test unterzogen habe.

 

Name: RC-Cornet® Plus
Hersteller / Vertrieb: RC-Medizintechnik / Cegla Medizintechnik
Gerätefunktion: Lösen und Entfernen von Bronchialschleim
Zielgruppen: Asthma, COPD, Bronchitis, Lungenemphysem, Mukoviszidose (CF),
Raucherhusten, Bronchiektasie
Testbereich: Asthma
Preis: 58,00 € – 78,00 € (Juni 2017)

Der erste Eindruck

Das von Cegla Medizintechnik versendete und gut verpackte Paket kommt schnell und ohne Lieferverzögerung bei mir an. Nach dem öffnen habe ich eine Menge Printmaterial und das bereits zusammengebaute RC-Cornet Plus vor mir liegen. Die Menge des Printmaterials lässt mich zuerst einmal schlucken, befürchte ich doch bei dessen Anblick eine langwierige Anleitung und ein in der Handhabung kompliziertes Gerät. Dieser Befürchtungen bestätigen Sich jedoch nicht, wie sich später herausstellt. Das Gerät und zusätzliches Material sind hygienisch in Kunststoffbeuteln verpackt.

Der Lieferumfang:
1x RC-Cornet® Plus
1x Reinigungsstab für den Schlauch
1x Infobroschüre über weitere Produkte
1x Anleitung in mehreren Sprachen

zum Test zusätzlich bestellt:
1x Nasenadapter, macht aus dem Gerät ein RC-Cornet® Plus NASAL
1x RC-Clean, Reinigungsbeutel für die Mikrowelle

Das Gerät

Die Größe des Geräte überrascht mich doch etwas. Es ist deutlich größer als z.B. ein normaler Flutter und passt wohl wie dieser nicht unbedingt in jede Jackentasche. Aber es ist auch wesentlich leichter. Das Atemtherapiegerät besteht komplett aus Kunststoff und lässt sich zur Reinigung in 6 Einzelteile zerlegen. Da ich Neugierig bin, zerlege ich das Teil also erst einmal in seine Einzelteile.

Das Gerät lässt sich ohne Anleitung leicht wieder zusammen bauen. Nur das flache blaue, flexible Endstück erfordert etwas Fummelei, bis es wieder perfekt an seinem Platz sitzt.
Aber keine Angst, spätestens nach dem dritten Zusammenbau geht auch dies schnell von der Hand.

Wie funktioniert das RC-Cornet Plus?

 

Die Hauptaufgabe des Atemtherapiegeräts ist es, den Bronchialschleim zu lösen und somit schlussendlich das Husten verringern. Hierzu werden in der Lunge Druckschwankungen erzeugt, ähnlich wie beim Flutter. Das Gerät bietet hierzu allerdings mehr Funktionen. Das Mundstück hat zum Beispiel zwei Einstellmöglichkeiten.
Einstellung 1 soll die Atemwege weiten und die Atemnot reduzieren
Einstellung 2 soll die Atemwege reinigen, einen produktiven Husten erzeugen und den Hustenreiz so mindern.
Hierzu gibt es dann noch 4 weitere Einstellungen, die den Widerstand ändern. Durch die unterschiedlichen Widerstände variiert dann der Trainingseffekt.

Das Gerät kann aber auch mit Iso-genormten Verneblern betrieben werden und hat einen Anschluss für diese vorgesehen. Das bedeutet, das Gerät erweitert die Atemwege und gleichzeitig kann über den Vernebler das benötigte Medikament inhaliert werden.

RC-Cornet PLus® mit Vernebler

RC-Cornet Plus® mit Vernebler

Zudem gibt es noch diverses Zubehör, so das z.B: auch tracheotomierte Patienten das Gerät einsetzen können (Tubus).
Auch für die oberen Atemwege gibt es Aufsätze für die Nase, so dass der Effekt auch die Nasennebenhöhlen befreien kann.

Meine Erfahrung mit dem RC-Cornet plus

Anwendung des Atemtherapiegerätes

Es ist Morgens, 15 Minuten vor 6 Uhr. Ab ins Badezimmer. Ich habe mir vorgenommen das Atemtherapiegerät in den nächsten 10 Tagen ausgiebig zu testen. Ich habe mir gedacht, das ich seine Funktion am besten in den Morgen und Abendstunden nutzen sollte und dies problemlos während der „Morgentoilette“ erledigen kann, ohne das es mich merklich mehr Zeit kostet. Denn soweit ich mein mittelschweres Asthma kenne, hat sich über Nacht wieder etwas Sekret in den Bronchien gebildet. Und das soll raus.

Ich mache 3 x 3 Anwendungen und zwar bevor ich meine morgendliche Dosis des Asthma-Medikamentes nehme. Da ich Sekret heraus befördern möchte, stelle ich das Mundstück auf Stufe 2. Die dreistufige, drehbare Einstellung des Widerstandes lasse ich auf Stufe 1.
Der erste Versuch ins „Horn“ zu blasen schlägt fehl. Ich höre nur eine Art summendes Geräusch, das irgendwie nicht richtig zu sein scheint und mich an eine schwache Biene erinnert. Ok, also noch einmal. Diesmal nicht nur normal ausatmen sondern etwas fester pusten und siehe da, es ist ein trommelndes, recht lautes Geräusch zu hören. Fühlt sich gleich besser und richtig an. Ich versuche das Ausatmen gleichmäßig und nicht zu schnell zu machen. Nachdem ich soviel Luft aus der Lunge gedrückt habe wie mir möglich, mache ich den ersten Fehler und atme durch den Mund wieder ein. Auch wenn das problemlos geht, sollte das einatmen jedoch über die Nase erfolgen.

Nachdem ich den Vorgang drei mal wiederholt habe, mache ich eine Pause und wasche mich erst einmal. Irgendwie merke ich noch nichts. Sollte sich der Schleim nicht jetzt auf den Weg machen? Hm, OK… nach dem Waschen folgt also der zweite Durchgang mit wiederum 3 mal pusten. Nach dem zweiten Durchgang merke ich dann, wie sich der erste Erfolg einstellt. Der Hersteller des Gerätes folgt der allgemein gültigen Empfehlung, den Schleim nicht ab zu husten, sondern „ab zu hauchen“. Das ganze nennt sich „Huffing“.
Ganz ehrlich? Mit dem „Huffing“ komme ich nicht klar. Oft probiert und es endet immer im Räuspern oder Husten.

Ich nutze die Pause bis zur nächsten Anwendung und rasiere mich erst einmal. Der dritte Durchgang sorgt dann nach kurzer Zeit dafür, das noch mehr Schleim durch die nun geweiteten und freigerüttelten Bronchienkanäle nach draußen kommt. Das ganze scheint gut in den Fluss gekommen zu sein.

Zum Abschluss nehme ich dann mein Asthma-Medikament. Warum nehme ich das Medikament hinterher und nicht vorher? Nun, durch das RC-Cornet Plus Atemtherapiegerät wurde schon eine Menge Sekret nach draußen befördert und die Bronchienkanäle sind noch etwas geweitet. Atme ich nun mein Dauermedikament ein, landet es in den den „freigeputzten“ Kanäle und kann dort etwas besser wirken.

Reinigung

Das Gerät muss natürlich auch gereinigt werden. Das RC-Cornet Plus lässt sich sehr schnell in seine Einzelteile zerlegen. Der Reinigungsstab wird in den Schlauch gesteckt und alle Teil landen dann in einer Schüssel mit warmen Wasser. Wer mag kann dem ganzen einen Spritzer Zitronenkonzentrat beigeben, jedoch keine anderen Reinigungsmittel.
Nach der Reinigung kommen dann alle Teile auf ein Tuch. Wie ich bemerkt habe, trocknen die Einzelteile alle sehr schnell.
Der Hersteller bietet auch einen Reinigungsbeutel an, mit dessen Hilfe die Einzelteile unter Zugabe von etwas Wasser in der Mikrowelle gereinigt werden können.

Fazit zum RC-Cornet Plus

Ich habe das Gerät ganze 10 Tage getestet und es immer Morgens und Abends eingesetzt. Es gab 1 – 2 Tage wo ich es auch einmal irgendwann im Laufe des Tages genutzt habe. Denn zur Zeit plagt mich auch mein Heuschnupfen, der meine Lungen zusätzlich belastet.
Die Wirkung hat mich am ersten Tag allerdings doch überrascht. Denn ich bekam deutlich besser Luft. Leider erinnerte mich das auch an eine vergangene Zeit, als ich ein paar Wochen lang immer wieder mal ins hyperventilieren verfiel. Ursache war damals eine falsche Dosierung des Dauermedikaments. Ich bin mir sicher, dass das RC-Cornet Plus durch eine falsche Anwendung in der Anfangszeit auch eine Hyperventilation auslösen könnte.
Zum Thema Hyperventilation erhielt ich Informationen von der Firma Cegla direkt, die ich hier gerne Zitieren möchte:

Eine zu häufige Anwendung des RC-Cornet® PLUS hat sowohl in der klinischen wie auch in der häuslichen Anwendung bisher nicht dazu geführt, dass es eine Hyperventilation ausgelöst hat.

Dies ist nur denkbar, wenn die Patienten die Atemtherapie mit einer Lungenfunktions-messung verwechseln (forcierte Ausatmung) oder eine starke Hyperreagibilität aufweisen. Deshalb finden Sie auch entsprechende Hinweise in der Gebrauchs-anweisung.

Ein Patient mit einer starken Hyperreagibilität kann vor der Therapie in der Anfangszeit von Fall zu Fall einen Hub Salbutamol einnehmen. Eine reduzierte Ausatmung sollte dies in der Regel allerdings nicht auslösen.

In der Einstellung 1 bei der RC-Cornet® Plus Therapie wird die ganze Ausatemluft zurückgestaut, um die Atemwege zu weiten. Daher wird es dort noch weniger zu einer Hyperventilation kommen, als in der Einstellung 2, denn dort ist der gemessene Fluss etwas höher.

Im Vergleich zu einem Flutter ist die Neigung zu einer Hyperventilation allerdings um ein Vielfaches reduziert, da der Fluss beim Flutter wesentlich höher ist (wenn die Kugel in der Luft ist fließt daneben sehr viel Ausatemluft vorbei).

Das Gerät ist zwar nicht so klein und handlich wie ein herkömmlicher Flutter, dafür bietet es aber auch wesentlich mehr. Für mich hat es genau das gemacht, was ich erwartet habe. Es befreit mich von dem lästigem Schleim und kann auch Sekretstaus effektiv lösen.

Die dem Gerät beiliegende Anleitungen ist in fünf Sprachen verfasst (DE, EN, ES, IT, FR), leicht verständlich und bietet neben der normalen Anleitung auch ausreichend Hinweise auf die möglichen Nebenwirkungen.

Link zur offziellen Informationsseite

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